Presseinformation
Alois Mosbacher: bear game
Ausstellungsdauer: 22.2. - 5.4.2008
DAS CAMP ALS UTOPIE DES PARADIESES
Zelte, Rucksäcke, vermummte Gestalten,
Personengruppen. Alois
Mosbacher spielt auch in seinen neuen Bildern mit Geschichten und
Erzählsträngen.
Ausgangspunkte sind neben literarischen Quellen,
Computerspiele und
Internetrecherchen. Für "bear game", das der Ausstellung den
Titel gibt, war es ein Foto einer Gruppe älterer Leute, die
sich zu einem geselligen Rollenspiel zusammengefunden haben. Sie tappen
in gebückter Stellung über die Wiese und spielen das
Bärenspiel.
Mosbacher treibt dieses Spiel weiter und bindet
die gefundene, harmlose
Szene in sein Bild ein, wo sie mit verschiedenen anderen Szenerien
zusammenstößt. Das Geschehen auf diesem
puzzleartigen Bild spielt sich auf einem Campingplatz oder in einem
Lager ab. Durch die 16 einzelnen Tafeln erscheint der Bildraum offen
und inhomogen. Das Spiel sowie die Bilder sind nur durch eine poetische
bzw. malerische Logik zu entschlüsseln, die möglichen
Geschichten ereignen sich vor allem zwischen den einzelnen Szenen.
Bei Alois Mosbacher ist der Wald - und in seinen
neuen Bildern das Camp
- Tatort und Kulisse zugleich. Im Sinne eines
„Camp Eden“ ist es Fluch und Segen, es birgt
Unerforschtes, Unerwartetes, und bietet Raum für
Außenseiter, Abenteurer und Aussteiger. Die vielschichtigen
Motive sind Projektionsfläche für mögliche
eigene Geschichten und Erinnerungen, unerfüllte
Wünsche, Phobien und Phantasien.
Das Camp ist die Utopie des Paradieses und
gleichzeitig als
Negativutopie die Unerfüllbarkeit dieser Sehnsucht. Alois
Mosbacher hantiert mit diesen Themen, indem er mit ihnen spielt und sie
mit einer Portion Humor wieder relativiert. Vor allem jedoch erarbeitet
er sich dadurch einen neuen, frischen Umgang mit der Malerei.
KURZINFORMATION ZUM KÜNSTLER
Seit den frühen 80er Jahren setzt sich
Alois Mosbacher mit
figurativer Malerei auseinander. Den „Jungen
Wilden“ zugehörig, erregte er zusammen mit Siegfried
Anzinger, Erwin Bohatsch, Hubert Schmalix, Josef Kern u.a.
internationale Aufmerksamkeit. Gleichberechtigt zur thematischen und
narrativen Konzeption seiner Bilder widmet sich Mosbacher grundlegenden
malerischen Fragestellungen. Kennzeichnend für seine Malweise
sind das Zusammenspiel abstrakter und figurativer Ausdrucksmittel sowie
ein dynamischer Pinselstrich in Verbindung mit zeichnerischer
Genauigkeit. Alois Mosbacher wurde 1954 in Strallegg (Steiermark)
geboren, er lebt und arbeitet in Wien.
Letzte Ausstellungen (Auswahl):
2007
Galerie
Kabinett/ Bern
2004
Neue Wilde
– Eine Entwicklung, Sammlung
Essl/ Klosterneuburg
Out there, Secession/ Wien
Hund, Galerie Altnöder/
Salzburg
1997
…die
Blume, die Leiter…, Museum Moderner
Kunst Stiftung Ludwig/ Wien
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