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Maria Bussmann
Für Maria Bussmann ist Zeichnen die direkteste Art, Bildideen aus dem Kopf auf ein Blatt Papier, also ins Zweidimensionale zu bringen. Ihre Arbeit könnte man als „philosophisches Zeichnen“ beschreiben. Die promovierte Philosophin lässt sich von Werken wie Ludwig Wittgensteins Tractatus, Spinozas Ethik oder Texten Martin Heideggers und Maurice Merleau-Pontys inspirieren. Dazu entstehen Zeichnungen, die Wahrnehmungen subtil und skizzenhaft in die Sichtbarkeit übersetzen.
Biografie
2002 - 04 Gasthörerin als Erwin-Schrödinger-Stipendiatin, State University of New York
Preise und Auszeichnungen
1995-96 Postgraduate Stipendium des Deutschen Akademischer Austauschdienstes DAAD zur Universität für Bildende Künste, Wien
Einzelausstellungen
1997 Nürnberg, Galerie in Gewölbe
Gruppenausstellungen (ab 2004)
2004 „Die Grenzen meiner Sprache“, Kunstverein Vorarlberg, Dornbirn 2005 James Nicholson Gallery, „Set it off“, New York 2006 Exit Art, „The Studio Visit Show“, New York 2007 „La nave dei folli“ (The ship of fools), Studio Angeletti, Rom 2008 „Hommage an die Zeichnung“, Parlament, Wien 2009 "Family affairs". Kunstverein Schloss Mistelbach 2009 "Arte & Roma: Luogo della Memoria, Luogo della Visione", Museo di Roma, Trastevere. Rom 2010 "Lebt und arbeitet in Wien III - Stars in a Plastic Bag", Kunsthalle Wien, Wien 2010 Österreichische Zeichnung von 1990 bis 2010, RLB Kunstbrücke, Innsbruck 2010 "Kunst gegen Krebs. Just different, still equal" WUK, Wien 2011, FAMILIEN-ERB-TEIL, Kunstraum Englängerbau, Vaduz 2011 "Die Welt ist wie sie ist, Galerie Ernst Hilger, Wien
Bruno Gironcoli zu Maria Bussmann
Ich habe Maria Bußmann hier in der Bildhauerschule das erste Mal vor rund zehn Jahren getroffen und sie zeigte mir ein paar skulpturale Arbeiten, deren Syntax mir wirklich interessant erschien. Es waren dies aus einfachsten Materialsorten kombinierte und in ungewöhnlichen Materialqualitäten gefertigte Ausdrucksversuche im Mini-Themenbereich. Es waren da zu finden: ein kleines Bett für eine Maus, eben groß genug für eine Zimmermaus, der menschlichen Vorstellung, wie ein Bett auszusehen hat, trefflich abgerungen, aber aus dünnen Messingröhrchen gebogen. Das Plumeau für die Maus waren eingenähte Papier-Daunen. Das Bett der Maus wurde übertroffen von einem in normaler Löt-Arbeit gefertigten Fußballstadion. Das Stadion wurde übertroffen von einem Wettkampf-Schwimmbecken mit vier Bahnen und aus Papier und Pappdeckel ausgeschnittenen rosarot angestrichenen Kampfschwimmern, jeder seine Bahn ziehend. Alles Arbeiten, die von so interessanter Materialwahl geprägt ihr formales Dasein einnahmen, dass man den Eindruck absoluter Selbständigkeit der Objekte hat. Auf meine Frage, ob denn solche Arbeiten technische Zeichnungen voraussetzten, habe ich später von Bußmann Zeichnungen zu sehen bekommen, die wohl ganz interessant waren, doch keine Werksunterlage zu den bildhauerischen Arbeiten abgegeben haben. Die Qualität dieser Blätter war ihre selbständige grafische Ausführung. Es gab in ihnen zwei Formen einer grafischen Strategie: einmal zeigte sich Bußmann als die Sucherin ihrer persönlichen Daten und Qualitäten, in der zeichnerischen Gattung von Cartoons in weiblicher Ausschmückung, die zweite Art, ihre Zeichnungen zu gestalten, war eine strukturschaffende Zeichenform, eine Strukturqualität neben eine andere Strukturqualität stellend, entweder in formaler Zwietracht oder Eintracht. In dieser Form der strategisch verwendeten Schraffierung entstanden Zeichnungen (Formaufgaben) recht weit reichender Formgebungen. Und wo die Blätter in dieser Form-Aufgabe zur Ausführung kamen, schien mir deren Struktur an sich bereits genügend zeichnerische Qualität zu bergen, die – würde sie für sich allein genommen – ein Werk schaffen könnte, das malerisch und grafisch sich selbst trägt. Leider war damals, vor zehn Jahren, Maria Bußmann nicht der Meinung, dass solches genügen könnte, ihre Selbstdarstellung als ein Abzeichnen in Schablone innerhalb der Schablonenwelt waren ihr da zu wichtig. In neuerlich von ihr gestalteten grafischen Blättern konnte ich plötzlich jene Symbiose, von der ich träumte, eine Verbindung von Strukturelementen mit persönlichen Daten und Ausdruckswünschen sehen. Diese Blätter, die sie aus New York mitbrachte, waren differenziert, sensibel, reich gestaltet – gespeist durch persönliche Mythologie, durch Philosophisches und diese Daten waren grafisch erfasste und strukturell gefiltert wiedergegeben. Eine Verbindung war hergestellt. Diese Strukturen werden ja hochinteressant – wenn es Maria Bußmann gelingt, Persönliches in sie hineinzuschaukeln, dann hat sie gewonnen.
Bruno Gironcoli, Bildhauer, Leiter der Bildhauerschule der Akademie der Bildenden Künste in Wien von 1977-2004
Publikation
Maria Bussmann "Long Beach, NY", Katalog zur Ausstellung Long Beach, NY, Secession Wien, 2010
Pressespiegel
drehpunktkultur, 3.1.2009:
Links
Interview mit Maria Bussmann zur Ausstellung im Deutschen Haus in New York: "Of Buttons and Babies, Arendt and Eichmann", Thomas Micchelli, 24. November 2012 auf "HYPERALLERGIC"
Rezension zu Maria Bussmann: "Lessons from Maria Bussmann", Genevieve Wollenbecker, 29. März 2013, The Drawing Center, New York
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Maria Bussmann | Märchen 4 | Aus der Serie: Märchen 1-4 | 2010-2012 | Bleistift, Buntstift auf Papier | 100 x 70 cm | € 2.800,-
Maria Bussmann | Bergbach | 2006 | Aquarell, Papier, Draht | 27 x 16 x 7 cm | € 2.800,-
Maria Bussmann | Sierra Nevada | 2007 |Aquarell, Papier, Draht | 8 x 15 x 24 cm | € 2.800,-
Maria Bussmann | Ohne Titel, zu Heidegger "Sein und Zeit, 1926/27" | 2009 | weißer Farbstift auf schwarzem Japenpapier | 38 x 27,5 cm | € 660,-
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Galerie Altnöder, A-5020 Salzburg, Sigmund Haffner-Gasse 3/1. Stock, Di-Fr 14.30-18 Uhr, Sa 10-13 Uhr, Kontakt |
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