Galerie Altnöder

Maria Bussmann

 

 

Für Maria Bussmann ist Zeichnen die direkteste Art, Bildideen aus dem Kopf auf ein Blatt Papier, also ins Zweidimensionale zu bringen. Ihre Arbeit könnte man als „philosophisches Zeichnen“ beschreiben. Die promovierte Philosophin lässt sich von Werken wie Ludwig Wittgensteins Tractatus, Spinozas Ethik oder Texten Martin Heideggers und Maurice Merleau-Pontys inspirieren. Dazu entstehen Zeichnungen, die Wahrnehmungen subtil und skizzenhaft in die Sichtbarkeit übersetzen.

 

 

 

Biografie


1966 geboren in Würzburg (D), lebt und arbeitet in Wien
1987 - 93 Studium an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg ab 1989 in Wien,
1999 Dissertation in Philosophie und Kulturwissenschaften an der Universität Wienund Universität für angewandte Kunst, Wien

2002 - 04 Gasthörerin als Erwin-Schrödinger-Stipendiatin, State University of New York

 

 

Preise und Auszeichnungen

 

1995-96 Postgraduate Stipendium des Deutschen Akademischer Austauschdienstes DAAD zur Universität für Bildende Künste, Wien
1996 Preis zur Unterstützung junge Künstler in Bayern, Deutschland
1999 1. Preis der SCA -Hygieneprodlukte
2000–01 Stipendium, Cite des Arts International, Paris
2002 Preis, Kunstforum Montafon, Österreich
2004 Silvretta-Atelier, Österreich
2005 Artist-in-residence, Kulturhaus Nairs, Engiadina Bassa, Schweiz
2006 Artist-in residence, Kartause Ittingen, Schweiz
2006 „Ortung-Symposium“, Salzburg, Österreich
2008-09 6 Months im ISCP- international.studio & curatorial program, NY

 

 

Einzelausstellungen

 

1997 Nürnberg, Galerie in Gewölbe
1998 „Wittgensteins Jugendjahre“, Kulturverein Winterstein, Deutschland
1999 Kunstwerkstatt Lebenshilfe, Lienz (Osttirol)
1999 SCA-Preis-Ausstellung, Wien
2000 „Spinozas Schreibtisch“, Galerie Eboran, Salzburg
2001 „1 kg de francais raffinee“, Espace Hilger, Paris
2003 Galerie Ernst Hilger (Mezzanin), Wien
2004 Galerie ortart, Nürnberg
2005 „we agreed on green“, Kunstwerkstatt Lebenshilfe, Lienz (zusammen mit Othmar Eder)
2005 Galerie Herold, Künstlerhaus Güterabfertigung, Bremen
2005 „Ich war noch nie in Japan“, Galerie Bernsteinzimmer, Nürnberg
2006 „almost invisible“, Betonsalon, Museumsquartier 21, Wien 2006 Kunsthaus Nexus, „drawings about philosophy“, Saalfelden
2007„The new kid on the block“, Zone 1, personal presentation Viennafair
2008 „Text und Imagepflege: Basement Zimmerservice“,(zus. mit Regina Pemsl), Basement, Wien
2008 „Japanische Übungen“, (zus. mit Tei Kobayashi), Kunstverein, Baden
2009 „Praying Project 2“, Galerie Altnöder, Salzburg
2010 „Ich war nie in Japan“, Jesuiten Foyer, Wien, Austria
2010 „Himmelfahrt“, hilger contemporary, Wien, Austria
2010 „Long beach, NY“, Graphisches Kabinett, Secession, Wien
2011/12 Vogelhochzeit, ortart, Nürnberg
2012 Im Vorübergehen II/2, Maria Bussmann zum Sichtbaren und Unsichtbaren bei Merlau-Ponty, Katholisch-Theologische Privatuniversität Linz
2012 Maria Bussmann, Dienstag Abend im Ve.sch, Wien
2012 Maria Bussmann, Zeichnungen zu Hannah Arendt, Deutsches Haus in der Universität New York
2012 Suvat & Bussmann, Galerie Altnöder Salzburg

 

 

 

Gruppenausstellungen (ab 2004)

 

2004 „Die Grenzen meiner Sprache“, Kunstverein Vorarlberg, Dornbirn
2004 „Paulas Zimmer“, Lentos Museum, Linz
2004 Museum of Modern Art, Cabinet des Dessins No1, St. Etienne, Frankreich
2004 Drawing Center, New York (together with Bogdan Hofmann und Christoph Fink)

2005 James Nicholson Gallery, „Set it off“, New York
2005 Kulturhaus Nairs, „Curraint D’Ajer 2005“, Engiadina Bassa, Schweiz
2005 Galerie Altnöder, „Zeichnung“, Salzburg
2005 Aratoi Wairarapa Museum of Art and History, „traveling tales“, Masterton, New Zealand
2005 Palais Liechtenstein „Silvretta-Atelier 2004“, Feldkirch
2005 Kunstverein Baden, „Silvretta-Atelier 2004“ Baden bei Wien
Kemi-Art-Museum, Finland
2005 Exit Art,„Praying Project“, performance of drawing litanies, New York
2005 Galerie Hilger, „Piscines-florida-pools“ (together with M. Peckel and A. Khoroshilova), Wien

2006 Exit Art, „The Studio Visit Show“, New York
2006 „Soleil Noir“, Künstlerhaus, Salzburg
2006 „Birth“, Künstlerhaus Solothurn, Schweiz
2006 "Silvretta Atelier", Kemi Art Museum, Finland
2006 „Bruno Gironcoli, Alfred Hrdlicka and their students Herbert Flois, Maria Bussmann, Ben Siegel“, Gallery Chobot, Wien

2007 „La nave dei folli“ (The ship of fools), Studio Angeletti, Rom
2007 Tresor, Nominierte des Georg Eisler-Preises 2007, BA CA Kunstforum, Wien
2007 „Paaren-n“, Schloß Wolkersdorf, NÖ
2007 „MICRO-NARRATIVES“, Oktober Salon, Cultural Center, Belgrad
2007 „Central Europe revisited I“, Schloß Esterhazy, Burgenland
2007 „In a Series“, the temporary museum, Williamsburg/NY
2007 „Michael Ziegler: Neue Zeichnungen, Maria Bußmann: Natur-Stücke“, Gallery Altnöder, Salzburg
2007 „ORTung06“, Selection from ORTung Symposium, Galerie 5020, Salzburg

2008 „Hommage an die Zeichnung“, Parlament, Wien
2008 „Dessin figurative“, Traklhaus, Salzburg, Austria/ Musee des arts moderne, St. Etienne, Frankreich
2008 „Holz“, Kunstforum Montafon, Schruns
2008 „Merleau-Ponty“, Biennale, Poznan, Poland
2008 „Expended lines“, Galerie 5020, Salzburg
2008 „Small and beautyful“, Gallery Altnöder, Salzburg

2009 "Family affairs". Kunstverein Schloss Mistelbach

2009 "Arte & Roma: Luogo della Memoria, Luogo della Visione", Museo di Roma, Trastevere. Rom
2009 "Contemporary art between national identities", Forum Austriaco di Cultura, Rom
2009 Open Studios, ISCP, New York
2009 Galleria Ugo Ferranti, Rom
2009 "PULSE", Koje bei Galerie Ernst Hilger, art fair NY
2009 "Zauber der Zeichnung, Zeichnungen in Österreich, von 1946-2009", Galerie im Lanserhaus, Appiano, (Eppan), Italien, (kuratiert v. Peter Weiermair)
2009 "landscape contemporary, Die Landschaft in Veränderung", NÖ-Art, (Wanderausstellung in Niederösterreich, kuratiert v. Galerie Chobot, Wien)
2009 "lineare Extrakte",artP, Pötzleinsdorf bei Wien
2009 "formuliert, Konvergenzen von Schrift und Bild", Lentos Kunstmuseum, Linz
2009 "Adventskalender am Lienzer Rathaus", Lienz, Osttirol

2010 "Lebt und arbeitet in Wien III - Stars in a Plastic Bag", Kunsthalle Wien, Wien
2010 "Vienna", Galleria Marie-Laure Fleisch, Rom
2010 Die Kuranstalt, Kunstforum Montafon, Schruns

2010 Österreichische Zeichnung von 1990 bis 2010, RLB Kunstbrücke, Innsbruck

2010 "Kunst gegen Krebs. Just different, still equal" WUK, Wien

2011, FAMILIEN-ERB-TEIL, Kunstraum Englängerbau, Vaduz
2011, Zacherlfabrik, Wien

2011 "Die Welt ist wie sie ist, Galerie Ernst Hilger, Wien

 


 

Bruno Gironcoli zu Maria Bussmann

 

Ich habe Maria Bußmann hier in der Bildhauerschule das erste Mal vor rund zehn Jahren getroffen und sie zeigte mir ein paar skulpturale Arbeiten, deren Syntax mir wirklich interessant erschien. Es waren dies aus einfachsten Materialsorten kombinierte und in ungewöhnlichen Materialqualitäten gefertigte Ausdrucksversuche im Mini-Themenbereich. Es waren da zu finden: ein kleines Bett für eine Maus, eben groß genug für eine Zimmermaus, der menschlichen Vorstellung, wie ein Bett auszusehen hat, trefflich abgerungen, aber aus dünnen Messingröhrchen gebogen. Das Plumeau für die Maus waren eingenähte Papier-Daunen. Das Bett der Maus wurde übertroffen von einem in normaler Löt-Arbeit gefertigten Fußballstadion. Das Stadion wurde übertroffen von einem Wettkampf-Schwimmbecken mit vier Bahnen und aus Papier und Pappdeckel ausgeschnittenen rosarot angestrichenen Kampfschwimmern, jeder seine Bahn ziehend.

Alles Arbeiten, die von so interessanter Materialwahl geprägt ihr formales Dasein einnahmen, dass man den Eindruck absoluter Selbständigkeit der Objekte hat.

Auf meine Frage, ob denn solche Arbeiten technische Zeichnungen voraussetzten, habe ich später von Bußmann Zeichnungen zu sehen bekommen, die wohl ganz interessant waren, doch keine Werksunterlage zu den bildhauerischen Arbeiten abgegeben haben.

Die Qualität dieser Blätter war ihre selbständige grafische Ausführung.

Es gab in ihnen zwei Formen einer grafischen Strategie: einmal zeigte sich Bußmann als die Sucherin ihrer persönlichen Daten und Qualitäten, in der zeichnerischen Gattung von Cartoons in weiblicher Ausschmückung, die zweite Art, ihre Zeichnungen zu gestalten, war eine strukturschaffende Zeichenform, eine Strukturqualität neben eine andere Strukturqualität stellend, entweder in formaler Zwietracht oder Eintracht. In dieser Form der strategisch verwendeten Schraffierung entstanden Zeichnungen (Formaufgaben) recht weit reichender Formgebungen. Und wo die Blätter in dieser Form-Aufgabe zur Ausführung kamen, schien mir deren Struktur an sich bereits genügend zeichnerische Qualität zu bergen, die – würde sie für sich allein genommen –

ein Werk schaffen könnte, das malerisch und grafisch sich selbst trägt.

Leider war damals, vor zehn Jahren, Maria Bußmann nicht der Meinung, dass solches genügen könnte, ihre Selbstdarstellung als ein Abzeichnen in Schablone innerhalb der Schablonenwelt waren ihr da zu wichtig.

In neuerlich von ihr gestalteten grafischen Blättern konnte ich plötzlich jene Symbiose, von der ich träumte, eine Verbindung von Strukturelementen mit persönlichen Daten und Ausdruckswünschen sehen. Diese Blätter, die sie aus New York mitbrachte, waren differenziert, sensibel, reich gestaltet – gespeist durch persönliche Mythologie, durch Philosophisches und diese Daten waren grafisch erfasste und strukturell gefiltert wiedergegeben. Eine Verbindung war hergestellt. Diese Strukturen werden ja hochinteressant – wenn es Maria Bußmann gelingt, Persönliches in sie hineinzuschaukeln, dann hat sie gewonnen.

 

Bruno Gironcoli, Bildhauer, Leiter der Bildhauerschule der Akademie der

Bildenden Künste in Wien von 1977-2004

 

 

 

Publikation

 

Maria Bussmann "Long Beach, NY", Katalog zur Ausstellung Long Beach, NY, Secession Wien, 2010

 

 

Pressespiegel

 

drehpunktkultur, 3.1.2009: "Geradezu endlose Notizen" (Reinhard Kriechbaum)

 

 

Links

 

Interview mit Maria Bussmann zur Ausstellung im Deutschen Haus in New York:

"Of Buttons and Babies, Arendt and Eichmann", Thomas Micchelli, 24. November 2012 auf "HYPERALLERGIC"

 

Rezension zu Maria Bussmann: "Lessons from Maria Bussmann", Genevieve Wollenbecker, 29. März 2013, The Drawing Center, New York

 

 

 

Maria Bussmann, Märchen 4, 2010-2012, Galerie Altnöder Salzburg

 

Maria Bussmann | Märchen 4 | Aus der Serie: Märchen 1-4 | 2010-2012 | Bleistift, Buntstift auf Papier | 100 x 70 cm | € 2.800,-

 

 

Bussmann Maria Galerie Altnoeder Wasserfall

 

Maria Bussmann | Bergbach | 2006 | Aquarell, Papier, Draht | 27 x 16 x 7 cm | € 2.800,-

 

 

Bussmann Maria Galerie Altnoeder Sierra

 

Maria Bussmann | Sierra Nevada | 2007 |Aquarell, Papier, Draht | 8 x 15 x 24 cm | € 2.800,-

 

 

Maria Bussmann, O.T., zu Heidegger, Galerie Altnöder Salzburg, 2009

 

Maria Bussmann | Ohne Titel, zu Heidegger "Sein und Zeit, 1926/27" | 2009 | weißer Farbstift auf schwarzem Japenpapier | 38 x 27,5 cm | € 660,-

 

 

Maria Bussmann, Zeug, Zeughaftigkeit, zu Heidegger, Galerie Altnoeder Salzburg, 2009

Maria Bussmann | Zeug, Zeughaftigkeit zu Heidegger "Sein und Zeit, 1926/27" | 2009 | weißer Farbstift auf schwarzem Japenpapier | 38 x 27,5 cm | € 660,-

 

 

Galerie Altnöder, A-5020 Salzburg, Sigmund Haffner-Gasse 3/1. Stock, Di-Fr 14.30-18 Uhr, Sa 10-13 Uhr, Kontakt