Galerie Altnöder

Abgesehen von unserem Angebot an nebenstehenden Zeichnungen

haben wir den Informationsteil 2014 ruhend gestellt.

 

 

 

Künstler aus Gugging - Galerie Altnöder Salzburg Künstler aus Gugging

 

 

Psychiater Leo Navratil (1921–2006) begann in den 50er Jahren das künstlerische Schaffen Talentierter an seiner Abteilung im psychiatrischen Krankenhaus in Maria Gugging NÖ. zu fördern. Durch seine Bücher und durch Filme entstanden bald Kontakte zu anderen Kunstschaffenden wie Arnulf Rainer, Adolf Frohner, Peter Pongratz, Franz Ringel bis zu Jean Dubuffet, schließlich weltweit zu Galeristen, Museumsleuten und Sammlern.

1970 wurden die Werke der Gugginger Künstler erstmals in der Galerie nächst St. Stephan bei Otto Mauer ausgestellt. Seither folgten zahllose Präsentationen, Publikationen, auch Filme, Ankäufe durch Museen und Sammlungen. 1981 wurde das „Haus der Künstler“ gegründet als Wohnstätte, Atelier, Galerie und Kommunikationsraum. Seit 1986, der Pensionierung von Leo Navratil, betreut Johann Feilacher als sein Nachfolger das Haus der Künstler. 1989 erhielten die Gugginger Künstler den Oskar-Kokoschka-Preis als höchste internationale Auszeichnung der Republik Österreich für bildende Künstler. Im Juni 2006 wurde das Art/Brut Center eröffnet. Ein Kulturzentrum, das das Haus der Künstler, die Galerie der Künstler aus Gugging sowie das neu eröffnete Museum Gugging integriert. Unsere Galerie zeigte die Künstler aus Gugging seit 1991in zahlreichen Ausstellungen.

 

 

Josef Blahaut

(1922-?)

 

Den Stil von Josef Blahout kennzeichnen ein schneller, schwungvoller Strich und die Tendenz zu Wiederholungen. Er zeichnete vor allem Köpfe, die er häufig mit kreisförmigen Linien wie mit einer Aura umgab. Buchstaben und Worte, die er in das Blatt hineinschrieb, ergänzten es. Ein scheinbares Chaos, das er, wenn es ihm zuviel wurde, mit Strichen zudeckte.

 

 

Anton Dobay

(1906-1986)

 

Dobay zeichnete mit Liebe, Konsequenz und Ausdauer. Eindrucksvoll postimpressionistisch, später formal vereinfachend, drückte er dem Zeichenblatt seinen Stempel auf. Intensiv ist in seinen Zeichnungen die Farbe auf das Papier gebracht, in sie überlagernden Schichten türmt sich die Wachskreide - bis sie wieder abbröckelt, sich nicht mehr halten kann.

 

 

Johann Fischer

(1919-2008)

 

Inspiriert durch die Maler und Zeichner im Haus der Künstler in Gugging begann der ehemalige Weinbauer Johann Fischer ebenfalls zu zeichnen. Ein Tagesplan, eines soliden Handwerkers würdig - vom Frühstück bis zum Abendessen - verhalf ihm, in Verbindung mit großem Talent zu einer kontinuierlichen künstlerischen Entwicklung. Nach Zeichnungen einzelner Gegenstände und oft amüsant anzusehender Tiere, teilt er sich in seinem Werk auch schriftlich mit. Von der Ordnung der Welt liest man dabei ebenso wie von sozialem Engagement und dem menchlichen Miteinander. Die vorher genau gezogenen Striche erinnern an sein früheres Leben als Weinbauer, in dem er die Weinreben in Linien gepflanzt hatte.

 

 

Franz Gableck

(1910-1974)

 

Franz Gableck war der Überschwang in seinen Zeichnungen anzusehen. In gehobener Stimmung flog die Kreide behände über das großformatige Papier und er widmete jedes Blatt dem "Herrn Primarius Leo Navratil". Sein Gesamtwerk, das nur wenige Blätter umfasst, strahlt eine große Unmittelbarkeit und Frische aus und befindet sich heute großteils in Museen und privaten Sammlungen.

 

 

Johann Garber

(*1947)

 

Johann Garbers Grundwesenszug ist seine große und äußerst kommunikative Neugier. Sein künstlerisches Werk quillt über von Details, seine Zeichnungen sind voll gefüllt bis an den Bildrand. Das Hauptthema stellt nur das Grundschema des Inhalts dar, dieses wird aber von einer Fülle von Details oft fast überrollt und ist gelegentlich nicht mehr zu erkennen. In die Landschaft der Darstellung fließen hunderte Figuren ein, "Sexi"menschen, auch Tiere, Gräser, Sträucher, Wolken und Sterne. Neben diesen, sich im Detail ergehenden, mit Feder und Tusche gezeichneten Werken arbeitet der Künstler fast plakativ auf unterschiedlichen Objekten: von geraden Holzstöcken und Schnapsfläschchen bis zu Krickeln (=Geweihen) von Rehen und Gämsen. Eine Wesensveränderung der bearbeiteten Objekte findet statt: Bemalt Garber Revolver, wirken diese nicht mehr wie eine gefährliche Waffe, sondern fast kitschig und nett, der aggressive Charakter ist verschwunden.

 

 

Johann Gittenberger

(1901-1976)

 

Johann Gittenberger zeichnete meist mit sehr einfachen Mitteln, Bleistift, Farbstiften, Kugelschreiber auf Pack- oder einfachem Schreibpapier. Seine Darstellungen von Menschen und Tieren, Landschaften haben einen erzählerischen Charakter, häufig versehen mit Anmerkungen und Erklärungen.

 

 

Johann Hauser

(1926-1996)

 

Unter den ersten, die Gugging Weltruhm einbrachten, begeisterten Johann Hausers Zeichnungen Künstler und Sammler gleichermaßen. Vor dem ersten Strich verharrend, explodierte dann seine Farbe auf dem Blatt. Intensiv und mächtig sind seine Bildnisse von schönen und weniger schönen Damen, Raketen und Panzern, Schlangen und Schlössern - mit grandioser Fertigkeit des Strichs. Nächtelang entstanden im qualmendem Zigarettenrauch Meisterwerke von bestechender Gültigkeit.

 

 

Rudolf Horacek

(1915-1986)

 

Rudolf Horaceks Zeichnen ist ein Anstückelungs-, Ausdehnungs-, und Verdichtungsvorgang. Seine Motive sind meist Gesichter, die er in wenigen Strichen aufbaut und sie dann mit Buchstaben, Worten, Zahlen oder dekorativen Elementen füllt. Blätter, die den Betrachter zu analysieren scheinen.

 

 

Franz Kamlander

(1920-1999)

 

Der taubstumme Franz Kamlander wuchs auf einem Bauernhof auf. Seine Herkunft lässt er unter anderem in zahlreiche Bilder von Kühen einfließen. Gelbe, rote oder blaue Kühe entsprangen schnell seinem fließendem Stift. Nie in die Gebärdensprache eingeweiht, entwickelte er eine eigene Zeichensprache einfacher Art, mit der er sich verständigen konnte. Typische Bewegungen oder Gesten des Gegenübers übernahm er als Symbol für diese Person. Sein spezifisches Talent, Tiere aller Art zu zeichnen , hatte er "schon immer". Er schuf jedoch nicht nur naturgetreue Abbildungen, sondern oft auch unproportionale animalische Visionen. Seine Arbeiten signierte er mit drei Schreibkritzelzügen.

 

 

Franz Kernbeis

(*1935)

 

Die Arbeiten von Franz Kernbeis zeigen eine sehr archaische Formensprache. Er zeichnet meist einzelne Gegenstände und Figuren, welche sich durch ihre Dichte auszeichnen. Die Besonderheit seiner Werke machen die wie aus Stein gemeisselten, entweder mit dem Grau des Bleistifts oder in vielen Farbschichten übereinander gestalteten Farbflächen aus. Arbeitete er in den ersten Jahren hauptsächlich mit Bleistift auf kleinen Papieren, so begann er in den 80er Jahren auch farbige größere Zeichnungen zu fertigen. 

 

 

Fritz Koller

(1929-1994)

 

Fritz Koller war neben Kamlander und Kernbeis der dritte Bauernsohn im Bunde der Gugginger Künstler. Koller verstand Späße. Kollers Kunst war die des schnellen Strichs, der oft Figuren zerstückelte, Gegenstände und Bauwerke in ihre Bestandteile zerlegte und diese auf dem Blatt aneinander reihte. Seine Abbildungen von Menschen zeichnete er oft mit unterschiedlichen Profilen. Auch Netze von Strichen überzogen seine Blätter bis zur völligen Abstraktion. In wenigen Sekunden war ein Blatt fertig, schwungvoll und souverän.

 

 

Johann Korec

(1937-2008)

 

Bereits in den 60er Jahren begann Johann Korec künstlerisch zu arbeiten. Aus dem Kopieren von Zeitungsvorlagen entwickelte er nach mehreren Jahren eine freie Maltechnik. Er stellte in seinen Tusch- und Aquarellbildern vorwiegend Liebespaare und erotische Szenen dar, die als illustriertes Tagebuch gesehen werden können. Im unteren Teil der Bilder beschrieb er die darüber dargestellte Szene.

 

 

Rupertus Lang

(1906-1973)

 

Rupertus Lang zeichnete vorwiegend mit Bleistift oder Buntstift auf Packpapier. Maschinen, später auch Hubschrauber oder Schiffe. Bezeichnend für seine Werke sind die Reduktion und die Prägnanz der Darstellung und die ausgeprägten Konturen.

 

 

Rudolf Limberger (Max)

(1937-1988)

 

Rudolf Limberger wählte gelegentlich das Pseudonym "Max". Auf seinen Bildern entwarf er Figuren, die häufig unter einer Flut von Strichen wieder verdeckt wurden, fast gehackten Linien, die in das Papier eindrangen. Über die Jahre entstanden kraftvolle, beeindruckende Werke.

 

 

Johann Scheiböck

(1905-?)

Johann Scheiböck zeichnete Möbel, Scheunen, landwirtschaftliche Geräte und Fahrzeuge. Die meist bandartigen Konturen der von ihm mit Bleistift auf Packpaier dargestellten Gegenstände, gestaltete er mit Farbstiften.

 

 

Arnold Schmidt

(*1959)

 

Arnold Schmidt arbeitete schnell, mit flottem Strich und ungeduldig - am liebsten fertig noch vor dem Beginnen. Menschen und Flugzeuge in allen Dimensionen sind seine malerischen Themen: Doppeldecker aus vergangenen Zeiten, schwungvolle Figuren in kräftigen, strahlenden Farben.

 

 

Philipp Schöpke

(1921-1998)

 

Philipp Schöpke zeichnete seine zähnestrotzenden Menschendarstellungen mit großer Ausdauer. Seine Figuren verfügen über eine Eigenheit: Sie sind fast durchsichtig, die Eingeweide und Geschlechtsteile sind zu sehen, die Umrisse verlieren sich im unteren Bereich des Blattes. Manche seiner Arbeiten zeigen einen Reichtum an Linien und Formen, die sich eineinander veschlingen und verdecken. Sein Hauptmotiv ist die menschliche Gestalt.

 

 

Oswald Tschirtner

(1920-2007)

 

O.T., wie Tschirtner seine Arbeiten signierte, lebte in sich gekehrt, nur mit seiner Bibel wirklich verbunden. So wie im Leben verhielt er sich auch in seinem künstlerischen Werk. Tschirtners "Menschen" sind allen Schmuckes entkleidet, sparsam bis auf die Haut, denn weder Gewand noch Geschlecht sind diesen Menschendarstellungen zu entnehmen. Wenn Tschirtner die Menschendarstellung verlässt und bei anderen Themen Einkehr hält, wird er noch sparsamer in der Darstellung der Form. Eine "Landschaft" kann als einziger Strich über das Papier wandern, ein Tier ein einziger Punkt sein; umgekehrt kann "Friede" jede Form annehmen. Gelegentlich hat Tschirtner auch seine Zeichnungen koloriert - mir einer Farbe, seltner mit zwei, aber niemals bunt. Der Konzentration der Themenbehandlung und der radikalen Vereinfachung entwächst eine tiefere Aussage.

 

 

August Walla

(1936-2001)

 

Walla war ein Original, stadtbekannt, noch lange bevor ihn jemand als Künstler ernst nahm. Er und seine Mutter "verunsicherten" Klosterneuburg, widersetzten sich vielen bürgerlichen Normen. Erst als die 88-Jährige sich nicht mehr zurechtfand, kamen Mutter und Sohn ins Haus der Künstler. August Walla war wohl der universellste Künstler der Art Brut-Szene, höchstens zu vergleichen mit Adolf Wölfli. Wie dieser schrieb er tausende Seiten, für sich selbst und an andere. Da ihm Papier zu klein wurde, beschriftete er Straßen, Bäume und Häuser, was seinen Beliebtheitsgrad in der Bevölkerung nicht gerade hob. Seine polytheistische Religionsphilosophie füllte seine Hefte und die Wände seines Zimmers. Die gesamte Umgebung des Hauses der Künstler wurde von ihm bemalt und vereinnahmt. Er hatte bereits seinen Stempel der irdischen Welt aufgeddrückt, als er viel zu früh in sein "Weltallendeland" einzog.

 

 

walla_meese

 

Jonathan Meese vor den Bildern von August Walla:

"Das ist doch totale Kunst...Das ist die Propaganda der Diktatur der Kunst...Das ist vom Feinsten..."

Presssespiegel zur Walla-Ausstellung im Museum Gugging 2012:

 

- Die Presse, 28.3.2012: "Museum Gugging - Mit Walla bis zum Weltallende" ( Almuth Spiegler)

 

- Der Standard, 29.3.2012: Wallas wahnhaft wundersames Walliversum" (Anne Katrin Fessler)

 

Erich Zittra

(1915-1980)

 

Im Zentrum der Motivwahl von Erich Zittra standen Häuser, Kirchen und Tiere. Die Motive sind meist nicht mehr zu erkennen, da der Künstler sie mit einer Flut von Strichen in verschiedenen Farben zudeckte, oft so dicht, dass sich eine homogenen Fläche ergab.

 

 

Quelle: Nach Publikationen und Website der Galerie Gugging

hauser_gugging_haifisch

 

Johann Hauser (1926-1996) | Haifisch | Ohne Jahr | Bleistift/Farbkreide | 14,7 x 21 cm | € 2.600,-

 

 

koller_gugging_menschen

 

Fritz Koller (1929-1993 | Ohne Titel (Menschen und Wege) | 1979 | Bleistift | 40 x 30 cm | € 1.800.-

 

 

Gugging - Johann Hauser

 

Johann Hauser (1926-1996) | Osterei | 1993 | Farbstifte auf Papier | 29,4 x 20,9 cm | Zertifikat Gugging | € 5.500,-

 

 

Johann Fischer, Die großen Marillen, Galerie Altnöder Salzburg

 

Johann Fischer | Die großen Marillen | 1986 | Bleistift, Farbstifte auf Papier | 40 x 30 cm | rs. Text | € 3.800,-

 

 

kamlander_gugging_kuh

 

Franz Kamlander (1920-1999) | Kuh | 1996 | Bleistift/Farbstifte | 14,8 x 20,8 cm | € 1.200,-

 

 

Rudolf Horacek, Kopf, Galerie Altnöder Salzburg

 

Rudolf Horacek | Kopf | 1980 Bleistift | Feder, Farbstifte, Tusche | 21 x 14,8 cm | € 1.600,-

 

 

reisenbauer_gugging

 

Heinrich Reisenbauer | Sessel |1994 | Bleistift, Farbstift | 20,7 x 29,7 cm | € 1.200,-

 

 

fischbach_gugging_maenner

 

Alois Fischbach | Gugging (19126-1987) | Zwei Männer | 1979 | Bleistift/Farbstifte | 21 x 30 cm | € 1.800,-

 

 

blahaut_gugging_koepfe

 

Josef Blahaut (1922-?) | Köpfe | 1980 | Farbstifte | auf 20,9 x 30 cm | € 880,-

 

 

dobay_gugging

 

Anton Dobay (1906-1986) | Ohne Titel (nach einem Mosaik) | 1975 | Kreiden auf Papier | 21 x 30 cm | € 880,-

 

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